Erdarbeiten - Ausformen des Beckens - Eine GARTENLAGUNE selber bauen

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Erdarbeiten - Ausformen des Beckens

Erdarbeiten
Ein Aushub mit dem Spaten sollte nur bei Mini Gartenlagunen in Betracht gezogen werden. Ansonsten wäre das eine langwierige und kräftezehrende Arbeit, die in keinem Verhältnis zu den eingesparten Kosten steht. Die Entscheidung einen Minibagger zu mieten oder die Arbeit an einen Unternehmer zu vergeben, fällt nicht immer leicht.  Auch wenn das "Bauchgefühl" für einen Miet-Minibagger spricht, muss dies unter Kostengesichtpunkten und dem Arbeitsergebnis nicht unbedingt der bessere Wahl sein.

Der Bagger sollte mit einem Drehkranz ausgerüstet sein. Dies erhöht die Beweglichkeit und mindert die Flurschäden. Zur weiteren Ausstattung gehört ein Schnellwechsler mit  Grablöffel für den Aushub und Böschungslöffel für das Planum.  Bagger gibt es mit einem Gerätegewicht von unter 1 Tonne bis hin zu  großen Maschinen  von 20 Tonnen und mehr. Ein kleiner Bagger kommt überall dort zum Einsatz, wo aufgrund räumlich beengter Verhältnisse kein Platz für größere Maschinen vorhanden ist, oder die zu verrichtenden Arbeiten von der Menge her nur geringe Ausmaße haben. Dies setzt voraus, dass es sich bei den Bodenverhältnissen um relativ leichte Böden handelt.

Bei Hanglagen oder starken Unebenheiten steigt das Risiko für einen ungeübten Fahrer. Durch die schmale Bauart  und dem relativ hohen Schwerpunkt kann es in Hanglagen im schlimmsten Fall zum Umstürzen des Gerätes kommen. Es sollte immer ein Sicherheitsabstand zu den Grubenrändern eingehalten werden. Durch die Erschütterungen und Belastungen können Wandteile wegbrechen und die Baumaschine zum Absturz bringen.

Auch wenn der Aushub abgefahren wird, ist meistens eine Zwischenlagerung des Bodens erforderlich, damit der Bagger unabhängig vom Lkw arbeiten kann. Der ausgebaggerte Boden lockert auf und nimmt ca. 30-70% an Volumen zu. Dies muss bei der  Dimensionierung des Lagerplatzes berücksichtigt werden.
Bodenarten
Die DIN 18300 unterscheidet 7 Bodenklassen. Die Unterscheidung orientiert sich an den bautechnischen Eigenschaften wie Lösen, Verdichten und Einbauen. Der Oberboden oder „Mutterboden“  wird als eigene Klasse (Klasse1) geführt. Dieser Humus sollte zunächst abgezogen und für eine spätere Wiederverwendung getrennt von dem toten Boden gelagert werden. In der Klasse 2-3 werden  leichte Böden beschrieben. Diese Böden lassen sich gut bearbeiten, haben aber wenig Eigenstabilität. Der zunächst gewonnene Zeitvorteil verliert sich im späteren Verlauf durch die Sicherung der Baugrube.
In den Kasse 4 und 5 sind mittelschwere bis schw-ere Boden aufgeführt. Sie haben einen bindigen Anteil an Ton und können zwischen 15% und 30% mit Stein und Fels durchsetzt sein. Die Bodenklassen 6-7 gelten bereits als Fels und sind als leicht lösbar oder schwer lösbar definiert.
Die Beckenform
Die Kontur des Beckens ist mit Spray oder Pulver (Kalk) deutlich zu kennzeichnen. Eine Skizze zur Form und Tiefe der einzelnen Sektionen sollte bereitliegen. Eventuell sind mit dem Baggerfahrer bestimmte Handzeichen abzusprechen, da die Kommunikation bei laufendem Motor sehr schwierig wird.

Beckenaushub Erdarbeiten
Die spätere Beschichtung der Teichfolie erfordert bestimmte Voraussetzungen, die bereits bei den Erdarbeiten zu berücksichtigen sind. Je steiler die Wände, desto schlechter lässt sich der Mörtel auftragen und die abschliessende Besandung durchführen. Eine umlaufende Zwischenebene erleichtert die Arbeit und ist auch für die spätere Nutzung der Gartenlagune von Vorteil.
Der Teichrand ist die Wasserübergangszone. Hier fällt die Qualität der Beschichtung besonders ins Auge und bestimmt letztlich den Gesamteindruck. Eine Schräge von ca. 45° ist ein guter Richtwert. Das bedeutet, der Abstand von der Oberkante zur Unterkante ist gleich der Tiefe. Bei kleinen Becken kann die Wand der Tiefenzone steiler ausgeführt werden. Die Besandung würde dann auf der Zwischenebene enden. In der tieferen Zone sorgt nur das eingefärbte Topcoat für die farbliche Anpassung. Bei dem Becken des Biofilters reicht eine Beschichtung vom Teichrand bis zur Höhe des Filterkieses. Daher kann die Wand unter der sichtbaren Schräge sehr steil ausgeformt werden.

Gartenlagunen mit Poolfiltertechnik können 1,20-1,50m tief sein. Flachzonen und sanft abfallende Einstiege sind hier besonders reizvoll.
Gartenlagunen mit biologischer Filtertechnik sollten eine Tiefenzone von ca. 1,75m haben. Dann reagiert der Wasserkörper robuster auf plötzliche Wetteränderungen und Fische haben ausreichende Voraussetztungen für die Überwinterung.
Das Höhenniveau der Wasserlinie
Selbst mit einem guten Augenmaß ist es nicht möglich, die spätere Wasserlinie zu genau zu bestimmen.
Der angenommene höchste Wasserstand, ist ein wichtiges Kriterium für den Einbau des Skimmers, eines Bogensiebfiloters oder eines Überlaufs. Auch Senken entlang des Teichrandes müssen vorzeitig erkannt werden, damit es beim Befüllen nicht zu ungewollten Überschwemmungen kommt.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten den horizontalen Verlauf des Wasserstandes zu messen und zu markieren.
Die Ägypter hatten vor dem Bau der Pyramiden das Tal mit Nilwasser geflutet und anhand von Pfahlmarkierungen Referenzpunkte festgelegt. (Inzwischen gibt es aber einfachere Methoden).
Ein klassisches Instrument ist die Schlauchwaage. Ein durchsichtiger Schlauch wird mit Wasser gefüllt. Das eine Schlauchende fixiert man an einem Pfahl. Der Wasserstand im Schlauch wird am Pfahl markiert und dient als Referenzpunkt. Da der Wasserstand am anderen Schlauchende genau die gleiche Höhe aufweist, kann man mit dem Schlauch entlang des Teichrandes weitere Markierungspunkte an Pfählen setzen.
Es empfiehlt sich die Referenzpunkte zunächst höher zu setzen und anschließend den höchsten und tiefsten Geländepunkt des Teichrandes zu messen. Den Mittelwert aus beiden Messungen markiert man dann als zweite Referenzlinie an den Pfählen. Durch Abtragen und Anfüllen von Erdboden entlang der Linie erhält man ein gleiches Höhenprofil.
Eine andere Methode funktioniert mit einer Laserwaage, wie sie die Fliesenleger benutzen. Das Lasergerät wird mit einem Stativ im Teichbecken aufgestellt und höher als der Teichrand positioniert. Entlang des Teichrandes werden Pfähle für die Messpunkte eingeschlagen. Eine Laserwaage der neuesten Generation pendelt sich von selbst auf die ebene Lage ein. Der Laser wird langsam um 360 Grad gedreht und wirft eine rote Linie als Markierung auf die Pfähle.

Grundwasser
Wenn sich die Baugrube trotz trockener Wetterlage mit Wasser füllt, hat man „schwierige Baustellenverhältnisse“. Hier ist zunächst die Herkunft des Wassers zu überprüfen. Steigt das Wasser vom Boden an (Grundwasser) oder rinnt es aus den Wänden (Hang- oder Schichtenwasser)?  Sichtbar wird das Problem häufig erst, wenn die Baggerung in vollem Gange ist. Als erste Konsequenz verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen. Der Boden ist nicht mehr standfest und lässt sich schwerer lösen und transportieren. Außerdem lassen sich nasse Böden die an anderer Stelle eingebaut werden sollen, nicht direkt verdichten.

Als erste Maßnahme muss während der bauphase eine Grundwasserabsenkung eingeleitet werden. Eine Möglichkeit ist eine offene Sickergrube an der tiefsten Stelle des Teichbodens . Hier sammelt sich das Wasser zuerst und wird dann direkt über eine Tauchpumpe abgeleitet. Eine zweite Möglichkeit ist ein Hilfsgraben, der zu einem externen Sammelschacht ausserhalb der Teichgrube  führt. Von hier aus wird das Wasser ebenfalls abgepumpt.
Bei drückendem Schichtenwasser Wasser sollte der Rat eines Experten eingeholt werden, da man als Laie kaum beurteilen kann, welche Folgen das ständig nach- fließende Wasser auf Dauer hat. Hat man eine Grundwasserschwelle nur „angekratzt“, wäre eine mögliche Abhilfe die Höherlegung des Teiches. Der Aushub wird dann dazu genutzt, das Bodenniveau anzuheben.

Baugrubenschutz
Die Baugrube und eventuelle Leitungsgräben sind während der Bauarbeiten durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu schützen. Je nach Bodenklasse ist die Tragfähigkeit und Stabilität unterschiedlich. Je niedriger die Bodenklasse, desto geringer ist die Festigkeit. Es ist nicht nur ärgerlich, wenn eine Wand einbricht, sondern kann auch zu Unfällen führen. Dies kann passieren, wenn mit schweren Gerät (wie z. B. dem Minibagger) die Randzonen befahren werden. Durch die Erschütterungen und Belastungen können Wandteile wegbrechen und die Baumaschine zum Absturz bringen. Es sollte immer ein Sicherheitsabstand zu den Grubenrändern eingehalten werden. Auch sollte kein schweres Baumaterial direkt am Grubenrand gelagert werden. Dies könnte ebenfalls abrutschen und arbeitende Personen in der Teichgrube gefährden. Bei länger anhaltenden Regenfällen sind die Teichwände mit einer Baufolie abzudecken. Dies verhindert das Durchweichen des Bodens und bewahrt die Stabilität.
© Glenk Teichbautechnik e.K
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